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Briefwechsel-Gödel-GG_09

9.
Günther to Gödel
Gotthard Günther
3407 Montrose Ave.
Richmond 22, Va.
Sept. 20, 1956
Hoch verehrter Herr Dr. Gödel,
[Günther thanks Gödel for a conversation the previous Monday, which he says will have a substantial influence on his work. He remarks on the procedure for the new Bollingen application.]
Zum Schluss gestatten Sie mir bitte noch eine zusätzliche Bemerkung zu unserem Gespräch. Ich erwähnte, dass ich mich nicht gern als Hegelianer klassifizieren lasse. Mein Vorbild wie philosophiert werden sollte, ist nicht Hegel sondern Leibniz! Leibniz hat etwas besessen, was in der Folgezeit völlig verloren gegangen ist: formale Exaktheit verbunden mit metaphysischer Tiefe. Er ist bisher der Einzige, der gewusst hat, dass der reine rechnende Formalismus eine Transparenz besitzt, die uns erlaubt, durch ihn hindurch in uns nicht unmittelbar gegebene Realitätsdimensionen zu blicken.
Ihr Ihnen dankbar verbundener
Gotthard Günther
9.




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