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A. PolySystemics


1 PolySystemics: Zur Orientierung in einer multi-polaren Welt

Nach dem Ende der Herrschaft der bipolaren Politik und ihres zweiwertigen Weltbildes, stehen wir Mitten in der Krise der Ideologie der Herschaft der uni-polaren Hegemonie der westlichen Welt.

Bipolarität meint dabei, dass die Welt von zwei Standorten aus beschrieben werden kann. Jedes Ereignis kann bzw. muss doppelt belichtet werden.

Unipolares Denken meint, dass es einen und nur einen Standort gibt. Und dass sich die anderen Standorte und Standpunkte als falsch erwiesen haben und deren Herrschaftsanspruch besiegt wurde. Es gibt einen und nur einen globalen Sieger. Von diesem aus lässt sich die Welt in gut und schlecht, wahr und falsch usw. eindeutig aufteilen.

Die lebensweltliche Realität des (westlichen) Menschen sieht nun aber gänzlich anders aus.

Mit der wachsenden Autonomie des Subjekts, wächst auch seine Ambiguität.

Im (Spät)Kapitalismus wird ein Arbeiter oder ein Kapitalist bei steigender Souveränität nicht einfach quantitativ und qualitativ immer mehr zum Arbeiter bzw. zum Kapitalisten, sondern es entsteht eine gänzliche neue Form der Überlagerung der beiden Funktionalitäten. Der Arbeiter wird immer mehr in seine Selbstverantwortung gerufen, wird somit zum Kapitalisten seiner selbst (Ich AG). Er wird zum klugen Ausbeuter seiner selbst, seiner Fähigkeiten wie seiner Zeit, der Arbeitszeit wie auch der Freizeit. Entsprechend gilt dies für den Kapitalisten. Auch er verschiebt und überlagert seine Rolle und wird zu seinem eigenen Arbeiter.

Und beide Kategorien, der reine Arbeiter und der reine Kapitalist, verflüchtigen sich in einer virtuellen Abstraktion. Die schöne Symmetrie von Ausbeuter und Ausgebeutetem und deren permanente Vertiefung ist längst nicht mehr lebensbestimmende Realität.

Dieselbe Situation gilt entsprechend für die Unterscheidung etwa von Therapeut und Klient.

Autonomie erzeugt Komplexität. Diese ist nicht mehr in einer Symmetrie-Logik abzubilden und handzuhaben. Eine Symmetrie-Logik urteilt von einem einzigen Standort aus. Komplexität verlangt eine Vielheit von differenten Standorten. Diese stehen in einem Wechselspiel zueinander und gelten allesamt zugleich. Die Auszeichnung eines Standpunktes gilt nur relativ, temporär und lokal und kann keine Allgemeingültig beanspruchen.

Da es für die Bewältigung der sich aufdrängenden Komplexität keine Schulung gibt, entstehen Paralysen, die sich mit den bestehenden Methoden nicht lösen lassen. Denn diese Methoden sind selbst gemäss des klassischen Weltmodells, d.h. mono-kontextural verfasst.

Die Verunsicherung erzeugt Lähmung und verhindert einen positiven Weltentwurf, blockiert Kreativität.

Zu wissen, wo man steht, kann enorm befreiend sein.

Niemand hat seinen historischen Ort selbst gewählt; wir sind alle, wie es so schön heisst, ins Dasein geworfen (worden). Dies macht die Geworfenheit des Daseins aus (Heidegger). Die Geworfenheit ist existenzialer bzw. strukturaler Art und verlangt nach einer Deutung, soll sie dem Dasein verständlich sein.

Zu wissen, wohin man sich auf welchem Weg befindet, eröffnet neue Möglichkeiten der Welterschlossenheit. Denn die Wege sind nicht vorgegeben, sie müssen nicht nur gewählt, sondern auch neu entdeckt werden.

Wenn Subjektivität nicht mehr vorausgesetzt werden kann als Voraussetzung allen Bewußtseins - sei sie egologisch konstruiert oder natürlich-biologisch oder schöpfungsmythisch gegeben - dann muß sie ihre Situierung jeweils selbst kreieren.

M.a.W., erst durch die sog. Globalisierung (s. dazu auch das Planetarische Denken, Günther, Axelos) entsteht die Notwendigkeit, Subjektivität situativ zu situieren. Erst dadurch wird die freie Wahl der Subjektivität sich selbst zu setzen möglich, als notwendige Möglichkeit. Davor ist sie vorgegeben als Identifikation mit ihrer Herkunft bzw. Genealogie.

Der Zusammenbruch der bipolaren Weltordnung, die Entstehung der globalen (bzw. globaleren) Weltordnung ermöglicht es dem Subjekt Position zu beziehen. Diese ist aber immer schon überdeterminiert, vorerst als west-ost und als ost-west. D.h. Westen des Ostens und Osten des Westens usw. Danach generell multi-negational entsprechend der Chiastik von lokal/global.

Statt Globalisierung sollte Mundanisierung gedacht werden, da diese eine Dialektik von global/lokal ermöglicht, die von der Globalisierung ausgeschlossen ist.



Entparadoxierung

Statt Komplexität verneinen zu wollen, die Welt zu entparadoxieren (Luhmann) indem die paradoxe Situation entweder über einen Raum als Distribution oder in der Zeit als Oszillation verteilt und damit ihre Brisanz immunisiert wird, sollte vielmehr Komplexität und Paradoxie als Lebensform angenommen und eine Souveränität der neuen Situation gegenüber eingeübt werden.

Entparadoxierung in der Zeit heisst: nach uns die Sintflut. Was ist die permanente Verschiebung der Verschuldung (s. Enron) anderes?

Entparadoxierung im Raum heisst: Wir finden immer ein paar (Millionen) Farbige, die es (mit ihrem Leben) auslöffeln werden.

2 Warum PolySystemics?

PolySystemics bietet praxisbezogenes Orientierungs- und Handlungswissen basierend auf langjähriger Erfahrungen mit der Polykontexturalen Logik und Forschungs- und Lehrtätigkeiten in kreativen Kontexten.

PolySystemics geht konzeptionell weit über jede bekannte Systemtheorie hinaus. Insofern unterscheidet sie sich prinzipiell von einer konstruktivistischen, konstruktionistischen, Hellingerschen wie auch Luhmannschen Systemtheorie.

PolySystemics bietet nicht bloss Veränderungsarbeit. Wir sind ok! Wir müssen uns allerdings zurechtfinden können: in der Welt und mit uns in ihr. Wenn etwas verändert werden muss, dann ist es die Welt in der wir leben und unsere Beziehung zu ihr, d.h. unser Weltverständnis.

PolySystemics bietet vielfälltige Interaktionsformen für kreative Kommunikation. Modelling, wie es zentral für NLP ist, erweist sich als eine, wenn auch fruchtbare, so doch sehr limitierte Interaktionsform.

PolySystemics eröffnet den Spielraum, in dem sich klassische Ansätze situieren und dabei dynamisieren lassen. Damit wird nicht synkretistisch alles mit allem versammelt und verwechselt, sondern durch Kontextuierung und Perspektivierung in einen historischen und systematischen Zusammenhang gebracht.

PolySystemics bietet theoretisch wohlfundierte Methoden und Techniken an zur Klärung verschiedenster Typen von Fragestellungen. So werden für Sach-, Personen-, System- und Existenz bezogene Situationen genuine Fragetechniken bereitgestellt.

3 Von der Gebäude- zur Strom-Metapher und mehr

Das Wechselspiel zwischen kodifizierten Formaten und der verstehenden Intuition komplexen Situationen gegenüber ist auch alltägliche Realität im NLP. Die Formate, die das NLP ausmachen, können nur Hilfsmittel für die reale Begegnung mit den Klienten sein, und sind als solche Hilfsmittel nicht in der Lage, die Intuition zu ersetzen.

Was nun, wenn es möglich wäre, eine weitere Schicht der intuitiven Praxis zu kodifizieren? Die Idee einer Pragmatik der Anwendung von formatierten Methoden drängt sich auf. Diese ist weiterhin ein Desiderat neuer Forschungen und Applikationsformen.

3.1 Gebäude-Metapher

Hierarchie der Werte

Hierarchie der Lösungsstrategien (Formate)

Hierarchie der logischen Levels nach Dilts

Hierarchie in Aufstellungssystemen

Hierarchie der Weltanschauungen nach Graves

Alle diese Hierarchien haben zu ihrer die Intuition leitenden Metapher das Gebäude.

Ein Gebäude ist ein hierarchisch strukturiertes System mit festem Fundament und eindeutig definiertem Aufbau. Beides definiert die Tektonik des Gebäudes bis hin zu seinem höchsten Punkt, der als Sublimität verstandenen Identität des Gebäudes, sozusagen, die identitätsstiftende Fahne auf dem Dach. Die einzige Dynamik des Gebäudes ist realisiert durch seine diversen Anbauten je Ebene und zwischen den Ebenen.

Damit ein System optimal funktioniert, muss es auf jeder Ebene, Schicht um Schicht, seine optimale Funktion erhalten.

Modularität der Ebenen. Wenn es auf allen Ebenen funktioniert, funktioniert es auch als Ganzes. Das Ganze als Ganzes hat keinen eigenen Wert, sondern ist Summe der Teile.

Ein Gebäude ist definitionsgemäss ein aufbauendes System. Es wird durch die Regeln seines Aufbaus bestimmt. Die inverse Anwendung der Aufbauregeln führt zu einem ebenso strukturierten Abbau des Systems. Aufbau und Abbau sind symmetrische Operationen.

Die reine Verwirklichung der Gebäude-Metapher führt als Grenzwert zum Verständnis eines Systems als Mechanismus und Algorithmus. Damit verliert dieser Ansatz, trotz bester Regeln, seinen Kontakt zur Lebendigkeit eines lebenden System.

3.2 Zur Strom-Metapher

Interaktion mit einem System oder Gebilde, dessen innerer Aufbau unbekannt ist. Multi-kulturelle Interaktion z.B. kann nicht einfach eine gemeinsame Kultur als Basis der Kommunikation voraussetzen will sie den Anderen in seiner Andersartigkeit anerkennen.

Alles fliest. Anything goes (Feyerabend). Diese Formulierung erzeugen leicht eine Ohnmacht der Welt gegenüber. Denn sie verhindern eine Strukturation und darauf basierend Regeln zur praxisrelevanten Applikation. Modellierungen, Interventionen, Änderungsarbeit, usw. scheinen unmöglich, wenn alles strömt. Die Formate schmelzen dahin, alles ist weg...Der Interaktion und Intervention ist alle Handhabe entzogen.

Ein Fluss hat einen Anfang und ein Ende. Ein Strom hat weder Anfang noch Ende; er strömt. Anfang und Ende eines Stroms sind Mythologeme: verborgene Urquelle und uferloses Ur-Meer. Beide entstammen dem Diktat der Fluss-Metapher.

3.3 Die Swing-Metapher von Gebäude/Strom

Der Swing ist das in der Zeit vollzogene Wechselspiel zwischen dem strukturalen und dem prozessualen Ansatz, d.h. zwischen der Strom- und der Gebäude-Metapher.

Es gilt sowohl das eine wie das andere, jedoch abwechselnd und verteilt in der Zeit. Der Swing vollzieht sich in der Zeit und ist hierarchisch. Dies entspricht einer Entparadoxierung der Situation in der Zeit.

In der Praxis taucht diese Konstellation auf als Wechselspiel von regelgeleiteter Interaktion und regelsuchender Intuition im Interventionsprozess mit einem lebenden System. Dieses Wechselspiel kann auch verstanden werden als Regelkreis, feedback-loop, zwischen Methodik und Intuition.

3.4 Die Kreis-Metapher von Gebäude/Strom

Ohne Gebäude kein Strom und ohne Strom kein Gebäude. Der Strom fliest um das Gebäude, ist seine Umgebung, das Gebäude umzäumt den Strom, ist sein Ufer. Beide bedingen sich gegenseitig und bilden damit eine zirkuläre Form der Begründung mit ihren bekannten logischen Paradoxien.

Diese Paradoxien können angenommen werden als das Faszinosum, als Circulus Creativus (von Foerster), als das Dritte eines dritten Weges (Varela), als kreativitätsgenerierende Irritation und Verwirrung, usw. eines ansonsten einheitlichen Zusammenhangs. Das Dritte ist dabei nichts Fremdes, seine Fremdartigkeit ist domestiziert, hat seine Andersartigkeit verloren, in dem einen und nur einen einheitlichen Weltentwurf.

3.5 Die Chiasmus-Metapher von Gebäude/Strom

Das Wechselspiel von Strukturation und Prozessualität wird als simultan und gegenläufig verstanden. Dies involviert jedoch das Opfer der Einheitlichkeit. Der Chiasmus zwischen Strukturation und Prozessualität ist nur dann vollzogen, wenn zwischen Abgründen gesprungen werden kann. Das Weltmodell ist nicht mehr in einer Einheit (vor)gegeben oder schrittweise zu vollziehen. Diese Welt hat Sprünge und verlangt nach Sprüngen.

Der Chiasmus zwischen dem Einen und dem Anderen gibt die Regeln des Springens an. Dieser Sprung ist nicht ein Salto mortale, sondern eine erlernbare Denk- und Erlebensform mit ihrer eigenen Gesetzlichkeit und Verbindlichkeit.

Die Zeit wird nicht als Handlanger der Entparadoxierung verbraucht, da sie nicht als eine ausserhalb des Systems vorgegebene Kategorie verstanden wird.

Genauer müsste anstelle von Prozess Ereignis stehen. Denn Prozess und Fluss passen eher zusammen. Ereignis ist jedoch selbst wiederum eingebunden in das Spannungsfeld von Ereignis etwa als event eines Automaten und Ereignis des Seyns im Sinne Heideggers.

3.6 Die Orts-Metapher von Gebäude/Strom

Beide, Gebäude und Strom, nehmen einen Ort zu ihrer innerweltlichen Realisation ein. Für einen Ort gilt weder Strom noch Gebäude. Damit diese überhaupt in Erscheinung, Inkraft, in ihre Existenz treten können, bedürfen sie eines Ortes ihrer Verwirklichung. Ein solcher Ort ist weder ein Raumpunkt noch ein Zeitdatum.

Das Geviert als Ver-Ortung der Vierheit des Chiasmus von Struktur und Prozess. Das Geviert ist kein Abschluss, kein Dogma, sondern ein Erzeugendensystem für komplexe Vielheiten.

Die Orts-Thematik kann einen Hinweis geben, wie etwa die Aufstellungsarbeit von Hellinger reflektiert werden könnte, ohne dabei auf sprachanalytische oder psychoanalytische Konzepte zurückgreifen zu müssen.

3.7 Zur Problematik der Auszeichnung des Gevierts der Vier

Betreibe ich einen neuen Dogmatismus mit der Auszeichnung der Vier? Ist das Sprechen von der Vier und ihrem Geviert ein hochkomplexer Fundamentalismus? Ein Geviert auszuzeichnen ist gewiss riskant.

Das Risiko lässt sich in zwei Richtungen reduzieren. Einmal kann immer zurückgegangen werden auf die Trinität, und wem dies auch noch zu viel ist, auf die Dualität und ihren Binarismus und Digitalismus. Im Radikalfall lässt sich diese Regression durch den Rückgang auf den Monismus radikalisieren. Und wer überhaupt nichts mit alledem zu tun haben will, kann sich in die Nullität des Nihilismus begeben. Vom Standort der Vierheit des Gevierts aus sind dies alles immanente Möglichkeiten.

Doch warum die Vier oder gar die Zahl 4? Warum nicht 5 oder 7211? Meistens fühlt man sich in seinem jeweiligen Weltmodell wohl und fragt nicht nach einer Strukturzahl? Wer sich in der Dualität wohl fühlt, denkt nicht daran, dass er im Bannkreis der Strukturzahl Zwei steht. Für ihn ist etwa eine Erweiterung zur Vier rein willkürlich.

So wie die Zahl 1 zum Erzeugendensystem aller Zahlen gehört, geleistet durch die Nachfolgeoperation, ist die Vier in der PolySystemics die Basis für das Erzeugendensystem der Iteration und Akkretion des Gevierts.

Die Vier ist somit nicht ein Dogma oder ein fundamentalistischer Anfang, sondern die Basis zur Erweiterung und auch zur Reduktion eines Kategorialsystems auf beliebige Komplexität und Komplikation.

4 Skelett der Strukturation von Aktionen in der PolySystemics

Kommen zwei Entitäten oder Agenten miteinander in ein Verhältnis, entstehen für deren Relationalität folgende prinzipielle Möglichkeiten der Interaktion.

4.1 Entweder-Oder

Objekt A dominiert Objekt B

oder umgekehrt

Objekt B dominiert Objekt A

und es gilt entweder das eine oder das andere, jedoch nicht beide zugleich.

Erkenne, dies artikuliert die neue Weltordnung (des US-Amerikanischen Neo-Fundamentalismus).

4.2 Beides-Zugleich

Wenn beide Sätze des Entweder-Oder zugleich gelten, dann entstehen zwei positive, über einen blossen Widerspruch bzw. dead lock hinausgehende Möglichkeiten der Interaktion.

4.2.1 Zirkularität

Es wird eine zirkuläre Relation zwischen den beiden Polen hergestellt. Dieser Zirkel kann nun verschiedenste Ausprägungen haben.

Widerspruch, Circulus Creativus, Paradoxie, Antinomie.

Die Paradoxie kann als solche akzeptiert werden, etwa als das Dritte zwischen den zwei Polen. Oder aber es kann eine Entparadoxierung versucht werden, etwa durch eine Distribution in der Zeit oder im Raum.

Erkenne, jede Weltordnung hat den Widerstand (Terrorismus), den sie verdient.

4.2.2 Sublimation

Wenn beides zugleich gilt, kann es in einem höheren Gebilde in neuer Einheit zur Ruhe kommen und als das Sublime gelten. Der Widerspruch ist dann aufgehoben im Hegelschen Sinne.

Erkenne, dies ist die Stimme der Pazifisten "Eine Familie, eine Welt".

4.3 Chiasmus als Wechselspiel von Weder-Noch und Beides-ineins

Die Einheitlichkeit und Eindeutigkeit des Systems wird aufgegeben zu Gunsten einer Verteilung und Vermittlung der Aussagen und Positionen über verschiedene zueinander fremde Orte souveräner Interaktion.

Erkenne, die Verstrickung von Weltordnung und Widerstand lässt sich auflösen, und die Andersartigkeit der jeweils Anderen anerkennen.

5 MODULE der PolySystemics

Orientierung

Weltmodelle

DiamondStrategien

Modalitäten des Wegens

Chiasmus

Reflexionsmuster

Sprachmodell

Fragetypen

Wahrnehmungstypen

Selbstheit und Tatsache

Skalierungsformen

Ich-Du-Es-Problematik

Existentialanalyse

Davon sind als Klassiker beliebt:

EmotionsSurfen

DiamondStrategien

Weltmodelle

Das Wegen wagen

Management-MODULE

Umstrukturierung

Outplacement

Hierarchien/Heterarchien

Kundenortientierung

Kognitiv-emotives Qualitätsmanagment

Coaching-MODULE

Fusionen: Zwischen Transfusion und Konfusion

Theoriebildungs-MODULE

Von Formalismus zum Systemismus

Kybernetik erster Ordnung und Second Order Cybernetics

Computer-Metapher zwischen Algorithmus und Interaktivität

Ent-deckung und Verdeckung des "blinden Flecks"

Konstruktivismus, Konstruktionismus, Phänomenologie

Die Module dienen zur Orientierung in einer ambiguen, paradoxalen, komplexen Welt in der einfache Wahrheiten nicht mehr lebbar (viabel) sind. Sie bieten Techniken an, Sprünge über Abgründe zu wagen, ohne in irgendwelche Irrationalismen, Euphorien oder Ängste, flüchten zu müssen.

Überdeterminierte Konstellationen lassen sich nicht mehr auf eine einfache Einheit reduzieren. Statt um jeden Preis Komplexität unifizieren zu wollen, ist es kreativer, diese zu akzeptieren und zu lernen zwischen den verschiedenen Welten hin und her zu wechseln und springen zu können. Diese Lebensform hat ihre eigenen Verbindlichkeiten und hat mit Unentschiedenheit und Opportunismus nichts zu tun.

PolySystemics, d.h. Kreuz-und-Quer-Denken und -Handeln ist mit der Meisterung des Springens und Schwebens verbunden. Orientierung ist nicht bloss Wissen dessen, was eh schon da ist, sondern Welterschliessung und Zukunftsentwurf. Problem(er)findung, -Lösung und -Auflösung erweisen sich in diesem neuen Paradigma als äusserst reduzierte Formen der Welterschliessung.

Die Module lassen sich in verschiedener Kombination, einzeln oder übergreifend, als Seminare, als Kurse oder andere Events für ein fortgeschrittenes Training anbieten. Dabei können zwei Aspekte der Module betont werden: der Theorie- und der Praxis-Aspekt. Je nach Seminarsituation können diese Aspekte verschieden gewichtet werden. Zu jedem (Theorie)Modul gibt es entsprechende Praxis-Module, die sich konret bewährt haben.

Ziel eines Seminars ist es auch, jeweils neue Praxis-Module zu generieren und die Theorie-Module entsprechend der Seminar-Konstellation zu modifizieren.

LITERATUR

B. Zur Theorie der Module


6 Orientierung: Concept Mining, Geschichte, Metaphorik

Concept Mining als Strategie ist nicht identisch mit einem Zitieren und Verlinken von bestehenden inter- und transdisziplinären Knotenpunkten wissenschaftlicher Felder. Sie ist vielmehr das Aufdecken, Desedimentieren, Zusammenführen, Durchdringen von Strömungen, die selbst noch nicht in die mediale Öffentlichkeit gelangt sind. Es handelt sich um eine inter- und transdisziplinäre Verbindung mit Ressourcen, die sich nicht durch die Unterscheidung von Begriffssprache vs. Formalsprache eingrenzen lässt.

6.1 10 Jahre NLP und polykontexturale Logik (PKL)

links:

Leinhos

Think GmbH

Interview Kaehr/Grochowiak

Castella

transNLP

6.2 NLP im Banne der First Order Cybernetics

Witzig ist hierbei, dass das NLP die wichtigste Kategorie der Kybernetik, die Interaktion, kaum in seine Konzeptionalisierung aufgenommen hat.

NLP ist vielmehr auf Linguistik, Programmierung, Computermetapher, Modellierung und Hypnose, denn auf Kybernetik im eigentlichen Sinne basiert. Durch den Siegeszug der Künstlichen Intelligenz Forschung mit ihrem Paradigma der Symbolverarbeitung ist der Interaktionismus allerdings auch im computerwissenschaftlichen Lager verlorengegangen. Die Kybernetik ist in Vergessenheit geraten um heute wieder bzw. neu entdeckt zu werden. Einmal von der Informatik, beschränkt auf vorerst auf die First Order Cybernetics und als Second-Order Cybernetics, speziell in Deutschland, von der Soziologie und Therapeutik, etwa im Gewand des Radikalen Konstruktivismus.

Systemische Theorien als monokontexturale Sichtweisen sind nicht interaktiv, ihnen fehlt das Gegenüber, und haben eine hierarchische Architektonik.

Die Begriffe des NLP sind dem Binarismus verpflichtet. D.h. nicht nur, dass die wesentlichen Begriffe binär sind, d.h. als Begriffspaare auftauchen, sondern auch, dass immer jeweils einer der beiden Binärbegriffe ausgezeichnet ist. So ist in der binären Unterscheidung"kongruent/inkongruent" der Term "kongruent" als positiv ausgezeichnet und der Term "inkongruent" erhält dann konsequenterweise die Bewertung "negativ". Die Bewertung selbst ist ebenso binär "gut/schlecht" oder "positiv/negativ" oder "K+/K-", usw.

6.3 NLP im Umbruch Angesichts der Second Order Cybernetics

Systemtheorien sind hierarchisierende Identitätssysteme basierend auf einem vorgegebenen atomistischen Zeichenrepertoire. Dies gilt genauso für formale und technische Systeme, wie auch etwa für Familienaufstellungssysteme.

Solange die Ich/Du-Beziehung als irrelevant für die Beratung und Therapie erscheint, reduziert sich Interaktion mit Anderem auf Konstruktion von Weltmodellen im solitären Modus des Konstruktivismus.

Aufgrund der Auseinandersetzung mit der Second-Order Cybernetics sind eine Vielzahl von reflexiven und zirkulären Modellen in die Theorie und Praxis der Therapeutik eingeführt worden.

Aufstellungsarbeit zwischen Formalismus und Systemismus

Widerspruch zwischen dem formalistischen Start der Aufstellung, wo das Zeichenrepertoire erfragt, elizitiert wird und der systemlosen Erzeugung neuer Elemente des Systems im Vollzug der Aufstellungsarbeit.

NLP und auch das Familienstellen gehen von einer eindeutigen Welt aus, sei sie nun konstruiert oder vorgegeben, in der Komplexität reduziert ist auf klare Ordnungen.

Ordnung der Liebe

Ordnung der Macht

Ordnung der gelingenden Lösungsstrategien.

6.4 Polycontextural Systemics (PolySystemics) als Option

Die Voraussetzung der Systemtheorie jeglicher Prägung ist ihre Tektonik bzw. Architektonik basierend auf einem festen vorgegebenen Alphabet. Dieses Alphabet kann gewiss adhoc während einer Prozedur erweitert werden, um wiederum zur festen Voraussetzung zu gerinnen. Der Mechanismus einer Dynamik des Alphabets ist ausgeschlossen, da dieser selbst wiederum ein eigenes Alphabet benötigen würde. Dies ist jedoch aufgrund der Voraussetzungen unmöglich, denn es gibt für diese Tektonik bzw. für ein System ein und nur ein Alphabet als Zeichenrepertoire.

Die PolySystemics ist in der Lage, grundsätzlich von einer Vielheit von verschiedenen Zeichenrepertoires und einer Dynamik zwischen diesen Zeichenrepertoires auszugehen. Diese dynamischen Vielheiten sind nicht reduzierbar oder aufhebbar in einer neuen Einheit.

7 Framework der vier Weltmodelle

7.1 Modelle im Angebot

Zur Orientierung über Modelle der Orientierung:

Jungsche Archetypentheorie

Graves

Spiral Dynamics

Leisegang, Jean Gebser, Ken Wilber, Peter Steiner, u.a.

Kaehrs Framework der Weltmodelle

Vorteile und Unterschiede zwischen quantitaven, qualitativen, informatienellen und strukturellen, Weltanschauungstypologien und Zivilisationsformen (Clash of Civilisations).

Ansätze der Entwicklung von Weltmodellen zur Orientierung persönlicher und geschichtlicher Prozesse und Formationen angesichts einer multi-kulturellen multi-polaren Welt.

7.2 Framework der vier Weltmodelle

Das Framework der vier Weltmodelle ist ein Leitfaden zur Strukturation von Interaktion und Kokreativität.

Das Weltmodell in dem eine Realisation des Chiasmus von Struktur und Prozess denk- und erlebbar ist, ist in dem Weltmodell IV versucht. Das In-der-Welt-sein des Daseins ist nun gewiss nicht in permanenter Schwebe der Kreativität und des Welterschliessens zu halten.

Was sich bewährt hat, kann durchaus, wenn auch befristet, als Fundament, als Anker, als Horizont, als Lebensentwurf der Unentschiedenheit eine Richtung geben. Der Mechanismus dieser Verankerung wird in den Modellen I-III dargestellt.

Modell II verankert sich in einer allgemeingültigen Rationalität, Modell III in einer entsprechend allgemeingültigen Realität, wobei jeweils der andere Pol in der Schwebe bleibt. Im Modell I sind beide Pole, Realität und Rationalität, allgemein verbindlich und verankern das Dasein in einer eindeutigen Welt.

Modell I bietet höchstmögliche Stabilität der Kommunikation unter Verzicht auf jegliche Ambiguität und Komplexität.

Taucht Komplexität im Verlaufe der Anwendung nicht eindeutig definierter Möglichkeiten auf, wird diese durch Strategien etwa der Hierarchisierung eliminiert. Im Idealfall ist hier Interaktion reduziert auf die Applikation eines Algorithmus (Formate, Computerprogramme).

7.3 Die Verwobenheit der vier Weltmodelle

Es wäre ein Selbstwiderspruch eine hierarchische Schichtung zwischen den Modellen anzunehmen. Es gilt vielmehr zu denken, daß alle vier Modelle kategorial zugleich im Spiel sind. Es wurde jedoch zum Zweck der Einführung des Gedankenganges immer nur jeweils eine Grundform fokussiert. Die anderen drei sind im Hintergrund wirksam zu denken. Die Struktur der Komplexion ist selbst-reflexiv und chiastisch.

Damit die Rede vom Zugleichbestehen der vier Weltmodelle (für den Handlungszusammenhang einer Person, einer Organisation, eines Betriebes usw.) operational nachvollzogen und realisiert werden kann, muss die kontextlogische Idee des Wechselspiels der Fokussierung von Vordergund- und Hintergrundsthematik geklärt werden. Um den Mechanismus des Wechselspiels zu verstehen und seinen Umgang zu erlernen, ist eine Einführung des Chiasmus erforderlich.

8 Chiasmus in der PolySystemics

Der vollständige Chiasmus ist relational definiert durch das 4-Tupel:

<Ordnung, Umtausch, Koinzidenz, Ort> bzgl. passender Objekte.

Die Ordnungsrelation ist fundiert in der Typendifferenz von Relator und Relatum, bzw. von Operator und Operand und seinem Rang der Distribution. Die Typendifferenz von Relator und Relatum ist fundiert in der Kategorie der Operatoren und Operanden je Rang.

Die Umtauschrelation ist fundiert in der Differenz zwischen verschiedenem Rang und je verschiedenem Typ und der Koinzidenz der dualen Typen in derselben Kategorie.

Die Koinzidenzrelation ist fundiert in der Kategorie der Typen je Rang. Sie gibt die polykontexturale Gleichheit der Ordnungrelationen an.

Die Positionsrelation gibt die Verschiedenheit der Ordnungsrelationen als distribuierter an. Sie ist fundiert in der Umtausch-, Koinziden-, und Ordnungsrelation.

Alle Charakteristika des Chiasmus fundieren sich gegenseitig und gelten zugleich. Keine Relation innerhalb des Gefüges des Chiasmus existiert ohne die anderen. Das Geviert des Chiasmus, wie auch das des Diamond, ist nicht ein Dogma, sondern ein Erzeugendensystem für komplexe Mosaike ohne dass diese sich in einer Raum-Zeit-Struktur entparadoxieren (Luhmann) lassen.

Diagramm 1

Kaskadische Darstellung
Ausführliche Darstellung des Chiasmus

Günther unterscheidet klar drei Konstituenten einer Relation:

"We must not confuse

a relation

a relationship (the relator)

the relatum."

Und weiter:

"The relata are the entities which are connected by a relationship, the relator, and the total of a relationship and the relata forms a relation. The latter consequently includes both, a relator and the relata." Gunther

Günther hat dann, wie zur Genüge dargestellt, seine Proemialrelation als Wechselspiel, d.h. als "interlocking mechanism" zwischen den zwei Konstituenten "Relator" und "Relatum" entwickelt. Bisdahin, dies gilt auch für meine Explikation der Proemialrelation als Chiasmus, ist der dritte Part, die "Relation", aus dem Spiel der Proemialität ausgeschlossen worden. Einbezogen war die Relation bzw. Operation einzig implizit in den vorgestellten Modellierungen, jedoch nicht explizit als Teil bzw. Aspekt der formalen Explikation der Proemialrelation.

"Bei genauerer Betrachtung" (Karl Marx) stellt sich die Situation jedoch etwas intrikater dar.

Auch wenn das obige Zitat keine Handhabe gibt für eine polykategoriale Explikation der Proemialrelation bzw. des Chiasmus, ist doch zu sehen, dass die Angaben Günthers zwar notwendig, jedoch nicht hinreichend sind.

Eine Modellierung im Sinne der Polykontexturalität und der neuen Erkenntnisse aus der PolyKategorientheorie einbeziehend, muss selbstverständlich das gesamte Konstrukt der Relationalität bzw. Operationalität mit seinen drei Konstituenten proemialisiert werden und nicht bloss die dyadische Bestimmung von Relator und Relatum.

Das Diagramm (Conceptual Graph) zeigt, wie dies zu geschen hat. Dabei wird auch die jeweilige Einzigkeit (Unizität, Autonomie) der Relationalitäten markiert. Der "interlocking mechanism" zwischen Operator bzw. Relator und Operand bzw. Relatum je Position bzw. "level" verändert naheliegenderweise auch die Konzeptionalität der Operation bzw. Relation als Ganzer.

Diagramm 2

PolyKategoriale Explikation des Chiasmus

Einen Überblick über die verschiedenen Realisationsformen des Chiasmus von Operator und Operand wie sie für die Explikation der verschieden Weisen des Selbstbezugs des Subjekts im Spiel sind, zeigt das folgende Diagramm.

Diagramm 3

Beispiele aus dem System der Chiasmen von Operator und Operand

9 DiamondStrategien

Die Diamond Strategien sind vorerst in verschiedenen Formen bekannt geworden, als -Format, -Modell, -Technik und als DiamonsStrategien, nachdem ich diese Denkfigur 1992 zum erstenmal als Existenzhalma der Proto-Struktur, dann als Chiastic Core Transformation wohl 1997 ins Spiel brachte.

Die DiamondStrategies sind von mir in dem Text Deconstruction&DiamondStrategies in aller Kürze in englischer Sprache dargestellt worden.

Der Diamond bzw. das Denken und Erleben in der Strukturation des Diamond und des Chiasmus wird hier verstanden als eine erste Einführung und Einübung in das transklassische Denken, d.h. in das Denken und Erleben im polykontexturalen Weltbild.

Diagramm 4

Diamondfigur als Chiasmus

Position (Satz, Setzung): es gilt A.

Opposition (Gegensatz, Umkehrung, Dualisierung, Reflexion) von A.

Akzeption (Zugleich, Ineins, Sowohl-als-Auch) von Position und Opposition von A.

Rejektion (Verwerfung, Weder-Noch) von Position und Opposition von A.

Diagramm 5 .

Proto-Struktur des Diamond

Dies ist (wohl) eine der frühesten Versionen der Einführung des Diamonds

9.1 Existenzhalma

Das Existenzhalma, 1992, ist der frühe Vorgänger des Diamond. Es ist dann allerdings sehr schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Auf der Basis der Proto-Struktur der Kenogrammatik wird gefragt, "Was ist das Gemeinsame bzw. das Verschiedene von A und B?".

9.2 Diamond-Format: Chiastic Core Transformation

Als Format entstand es als eine Erweiterung des Core Transformation Formats. Statt nur einen Core outcome zu erzeugen, ermöglicht das Diamond-Format zwanglos mindestens zwei komplementäre Core states als outcome bzw. Abschluss des Formats.

Hier wird die Proto-Struktur belegt mit den Fragen nach der Ermöglichung und Ent-Möglichung der gemachten Aussagen.

In diesem Sinne ist der Diamond ein Format und kann als neues einfaches und klar definiertes tool zur Toolbox des NLP hinzugefügt.

9.3 Diamond-Technik

Besonders bekannt geworden sind die DiamondStrategien in der Form der Diamond-Technik, dargestellt in dem Buch "Diamond-Technik" Grochowiak, Maier und in einer Vielzahl von Seminaren (CNLPA, Hödekkenhus, Think GmbH, usw.), die ich dazu gegeben habe.

In der Zwischenzeit scheint das Diamond Format zu jedem besseren NLP-Ausbildungsprogramm zu gehören. Diese Rezeption kann als eine erste Etappe der Realisition der Möglichkeiten der DiamondStrategien betrachtet werden. Die Diamond-Technik ist als verallgemeinertes Format zu betrachten, die nicht mehr notwendigereise an einen Chiastic Core Outcome gebunden ist.

9.3.1 Diamond-Modell

Die DiamondStrategien als Diamond-Modell erweisten sich als ein allgemeines Modell der Orientierung des Denkens und Erlebens. Es wird zu einem Paradigma der Ordnung wie auch Erschliessung von Welt- und Wissenszusammenhängen.

Diamond und Chiasmus haben sich als hervorragende Modelle und Mittel zur Einführung in das hochkomplexe Gebiet des transklassischen Denkens und Erlebens herausgestellt.

Im Unterschied zum Diamond-Format, ist es mithilfe des Diamond-Modells möglich, Formate anderer Herkunft zu Diamondisieren. So lassen sich alle Formate etwa des NLP in die Form eines Diamonds erweitern. Selbst die Vorannahmen des NLP lassen sich diamondisieren. Insofern ist das Diamond-Modell nicht mehr ein Format, sondern das Modell zur Transformation von Formaten bis hin zu Frameworks als solchen.

9.4 DiamondStrategien

Die DiamondStrategien versuchen die genannten Sichtweisen zu radikalisieren und zu generalisieren in Richtung auf eine pragmatische Methode der Dekonstruktion, die sich sowohl in theoretischen wie praktischen Zusammenhängen anwenden lässt.. Die DiamondStrategien sind damit unabhängig vom NLP zu denken und haben sich als eine allgemeine Denkweise erwiesen, die in verschiedensten Kontexten, von beratenden bis zu computerwissenschaftlichen Kontexten, fruchtbar in Einsatz gebracht werden kann.

9.5 Tetra-Lemma-Aufstellung

Eine andere Tendenz ist zeitgleich und unabhängig von der Entwicklung der DiamondStrategien als Tetra-Lemma-Ansatz von M. Varga von Kibed bekannt geworden.

Selbst schon die einfachste Form des Diamond wie sie etwa im Tetralemma erscheint, ist von enormer querdenkerischer" Qualität. Das Tetralemma ist von Mathias Varga von Kibed im Zusammenhang mit dem vier Ecken-System (Sanskrit: catuskoti) der buddhistischen Logik (Madhyamika-Buddhismus des Nagajuna) entwickelt worden. Die Nagajuna-Schule der Logik hat ein fünf wertiges" Logiksystem beschrieben. Dieses Modell ist in den 70er Jahren auch zur Deutung der Quantenphysik/Quantenlogik herangezogen worden.

9.6 Zur Metapher von Positionierung und Horizonten

Die DiamondStrategien vereinen ineins Fragen der Positionierung und der Welterschliessung des Daseins.

Der Mensch steht mit den Beinen auf der Erde und ragt/hat mit dem Kopf Anteil an der geistigen Welt. Die Erde symbolisiert das was jeweils ist; das Sein und der Horizont das was die Zukünftigkeit des Menschen, sein Dasein ausmacht.

Dem entsprechend befragt er sich doppelt, einmal nach seiner Verortung im Sein und einmal nach seinem Horizont der Möglichkeiten.

Der Mensch lebt in und durch seine Sprache. Seiner Struktur gemäß ergeben sich ihm die zwei Grundrichtungen des Fragens im Diamond:

1. Die Fragen nach seiner Positionierung im Netz der Positionen, die Aufspannung des semantischen Feldes, die Aufstellung der Skulptur, sein Fundament des Sinnes,

2. Die Fragen nach der Ermöglichung/Entmöglichung seiner Existenz, in seiner Befindlichkeit und in seinem Denken, Fühlen, Wollen und Handeln als Vergegenwärtigung seiner Zukunft und als Verzukünftigung seiner Geschichte.

Positionierung bedeutet Raumung, den geistigen, d.h. existentiellen Raum entwerfend, komplementär dazu entwerfen die Horizontfragen die Zeitstruktur, die Zeitigung des Daseins. Im Diamond sind Raumung und Zeitigung intrinsisch miteinander verwoben. Es gibt keine Raumung ohne Zeitigung und keine Zeitigung ohne ihre Raumung. In-der-Welt-sein als Da-sein und Zukunfts- und Welterschlossenheit als Entwurf bestimmen das Dasein.

Die DiamondStrategien sind in diesem Sinne nicht einfach ein Format, eine Technik oder ein Modell, sondern eher eine Haltung, eine generelle Einstellung der Welt und sich selbst gegenüber und damit selbt auch permanenter Transformation ausgesetzt..

10 VOM WEG ZUR BE-WËGUNG

Einen Weg bahnen, z.B. durch ein verschneites Feld, heißt heute noch in der alemannisch-schwäbischen Mundart wëgen. Dieses, transitiv gebrauchte Zeitwort besagt: einen Weg bilden, bildend ihn bereithalten. Be-wëgen (Be-wëgung) heißt, so gedacht, nicht mehr: etwas auf einen schon vorhandenen Weg hin- und herschaffen, sondern: Weg zu (...) allererst bringen und so der Weg sein."

Heidegger, Unterwegs zur Sprache, S. 261, 1959

Jedoch, was heißt Weg, einen Weg wählen, was heißt Unterwegssein?

Der Weg: weg von/Weg hin (w/W).

Das Wëgen ermöglicht Weg, Ziel und Unterwegssein.

Der Weg als methodos und das Wëgen als Dekonstruktion des Weges der Methode. (Derridas Vorbehalte gegen die Methode als Weg mit Ziel.)

Die Metapher der Be-Wëgung im Sinne Heideggers hat sich in der Praxis als enorm fruchtbar erwiesen. Denn unabhängig davon, ob in einer Problemlösungsitution, der Fokuss auf das Problem oder auf die Lösung, also Problemorientiert oder Lösungsorientiert gedacht und gehandelt wird, setzen beide voraus, dass sie auf einem Weg sind, nämlich auf dem Weg zur Lösung des Problems. Die Modalitäten des Unterwegsseins, d.h. des Wegens werden dabei nicht bedacht.

Es hat sich in der Praxis herausgestellt, das dann, wenn die Modi des Wegens nicht in Erfahrung gebracht werden, Lösungen, welcher Art auch immer, verunmöglicht werden können. Es kann sein, dass das Problem gar nicht angenommen wird. D.h., der Weg zum Ziel wird gar nicht angetreten. Oder, das Unterwegssein ist ergiebiger als die Erlangung des Ziels. Oder, die Optimierung des Weges zum Ziel sthet im vordergrund und nicht das blosse Erreichen des Ziels.

Es sollen daher die verschiedenen Weisen des Wëgens bewusst gemacht werden. Es stellt sich heraus, dass selbst bei der allereinfachsten Problemstellung mindestens vier Typen bzw. Modi des Wëgens im Spiel sind und miteinander in Konflikt geraten können.

Es lassen sich vier Modi des Wëgens unterscheiden:

Der Weg führt zum Ziel.

Der Weg will gewählt sein.

Der Weg ist das Ziel.

Das Wëgen selbst wëgt den Weg.

10.1 Der Weg führt zum Ziel: Am Ende ist alles gut"

Es gibt nur den Weg des Seienden. Der Weg des Nicht-Seienden ist nicht gangbar." (Parmenides)

Ich kenne ein griechisches Labyrinth, das aus einer einzigen Linie besteht. Auf dieser Linie haben sich so viele Philosophen verirrt, daß ein bloßer Detektiv sich des Irrens nicht zu schämen braucht." L. Borghes

Weg und Ziel, Mittel und Zweck, Grund und Folge und all diese Dichotomien stehen in einer hierarchischen Ordnung. Erst ist das Eine und dann das Andere. Der Weg führt zum Ziel. Wenn nicht, dann war es der falsche Weg. Dies ist die Ordnung der Verstrickung (K. Heinrich).

Egal wie das Ziel erreicht wird, es ist das Ziel und nur das Ziel, das erreicht werden soll. Einzig in der Erreichung des Ziels liegt die Belohnung. Im Grunde gibt es nur einen Weg, egal welchen, Hauptsache er führt zum Ziel. Wie das Problem gelöst wird, ist nicht im Vordergrund, sondern die Tatsache, daß es gelöst wurde wird fokussiert.

Daß im Nachhinein über den Weg, d.h. über Abkürzungen z.B. argumentiert werden kann, ist nicht von primärer Relevanz.

Ebenso kann im Nachhinein Freude aufkommen über das Unterwegssein.

Auch, daß für die Problemlösung überhaupt entschieden wurde, kann im Nachhinein aufleuchten.

Planung und Berechnung

10.2 Der Weg will gewählt sein: Pfade durch das Labyrinth

Das Ziel soll erreicht werden, doch es führen viele Weg zum Ziel. Hier hat die Wahl des Weges Vorrang. Die Erfüllung liegt in der Wahl, der Entscheidung, nicht im Ziel. Die Erreichung des Ziel verdankt sich retrograd den Entscheidungsstrategien für den richtigen Weg. Die Erfüllung liegt darin den richtigen Weg gefunden zu haben. Die Erreichung des Ziels aufgrund der richtigen Strategie wird durch die Gabe des Ziels belohnt.

Der Pokal ist nicht das Ziel, sondern die Auszeichnung für die Strategie.

Auch hier kontextuieren sich die anderen drei Aspekte des Wegens als Hintergrundsthematik. Daß das Ziel anvisiert wurde, gehört mit zu den Strategien. Auch auf der ökonomisch rationalsten Wegfindung gibt es ein Unterwegssein, eben auf dem kürzesten rationalsten Weg zu sein.

Spielen, Strategien, Risiko.

Algorithmen des Rundreiseproblems.

Kasparov vs. Deep Bleu oder die Erreichung des Ziels ist nicht genug.

Hier aktuell ist eine Untersuchung der verschiedenen Arten des Schachspielens. Und der Vergleich der Intelligenz zwischen Mensch und Maschine.

Wenn es bei diesem Vergleich nur darum geht, in einem endlichen Strategiespiel zum Ziel zukommen, dann wird wohl die Maschine den definitiven Sieg davontragen. Dies gilt heute schon für fast alle menschlichen Schachspieler: sie verlieren gegen Maschinen. Doch was besagt das schon? Doch nur, daß dieses Spiel, sogar bezogen und eingeschränkt auf einen speziellen Spieler, allerdings Kasparov, mechanisierbar ist. Auch wenn es nicht heißt, daß ein Mensch keine Chancen gegen die Maschine hat, so heißt es doch, daß er sein Selbstverständnis von Intelligenz und Kreativität adäquater fassen sollte. Das Schachspiel ist keineswegs das Kriterium für den Unterschied von Mensch und Maschine bzgl. Intelligenz.

Nicht umsonst verlangt Selmer Bringsjord einen intelligenteren Vergleich: Chess isn't Tough Enough: Better Games for Man Machine Competition" (1997)

10.3 Der Weg ist das Ziel: On the Road again"

Unterwegssein ist alles. Surfen, Gleiten, Skaten.

Ich werde nie zu etwas gelangen."

Was man von uns erwarten kann, ist, so weit wie möglich zu gehen und nicht, zu einem Ergebnis zu gelangen."

Das Grundrecht des Menschen ist, nichts zu bedeuten. Das ist das Gegenteil des Nihilismus; der Sinn ist es, der verstümmelt und fragmentiert." George Bataille (wiedererinnert durch Henning Ritter, FAZ, 10. Sept. 1997, Nr. 210, S. 39)

Auch das Unterwegssein hat als Hintergrundmotive die drei nicht fokussierten Aspekte des Wëgens Auch wenn das reine Unterwegssein kein Ziel haben sollte, so kommt es doch irgendwann und irgendwo zu einem Ende. Kein Ziel zu haben, schließt nicht aus, viele lokale und spontane Ziele oder Teilziele zu haben. Ebenso kennt auch das Unterwegssein seine Entscheidungsstrategien, diese sind jedoch nicht der Zielfindung unterworfen, sondern dienen dem Unterwegssein.

10.4 Der Weg wëgt sich und dich mit ein in die Be-Wëgung des Wegs

Nach dem Surfen, Gleiten, Skaten: das Fliegen und Schweben.

Nach dem Abenteuer: die Selbstverausgabung.

Der sicherste Weg zum Ziel ist hier der Sprung weg von Weg und Ziel.

Nicht der Gipfel und auch nicht der Weg ist das Ziel. Es gibt keinen Weg, der Weg entsteht erst im Gehen, und dabei bleiben wir alle irgendwann auf der Strecke." Reinhold Messmer Bergsteiger, FAZ Magazin, Heft 914, 5.Sept. 1997

Traveler, there are no path. Path are made by walking.

Antonio Machado (1940)

Bataille weiter: Was ist, zeigt sich nur, wenn es außer sich ist." und

Das Leben tritt nur an der Grenze zutage, an der es sich entzieht."

Ich bin mir heute ziemlich sicher, auch wenn ich weiß, daß alles das Unsicherste ist, daß ich nichts in der Hand habe, daß alles nur eine wenn auch immer wieder und allerdings ununterbrochene Faszination als verbleibende Existenz ist, und es ist mir heute ziemlich alles gleichgültig, insofern habe ich tatsächlich in dem immer verlorenen Spiel auf jeden Fall meine letzte Partie gewonnen." Th. Bernhardt

10.5 Das KontextuierungsSchema der Vierheit des Wëgens

Die vier Weisen des Wegens, sind ähnlich den vier Weltmodellen, als eine Komplexion zu verstehen und nicht als disjunkte und hierarchisch geordnete isolierte Systeme.

Solche Komplexionen werden in der PKL verstanden als Vermittlung von Komplexität und Komplikation. Die Komplexität wird durch die Kontextur- und die Komplikation durch die Kontext-Logik beschrieben. Die vier Kontexturen des Wegens spiegeln sich in vier mal vier basalen, d.h. unären Kontextuierungen wider. Werden mehr Variablen zugelassen, verkompliziert sich die Beschreibung der Komplexion.

Die Zahl 4 ergibt sich rein logisch aus den Möglichkeiten der Verteilung von Dichotomien wie Weg/Ziel" oder Problem/Lösung".Es wäre ein Selbstwiderspruch eine hierarchische Schichtung zwischen den Modellen anzunehmen. Es gilt vielmehr zu denken, daß alle vier Modelle kategorial zugleich im Spiel sind. Es wurde jedoch zum Zweck der Einführung des Gedankenganges immer nur jeweils eine Grundform fokussiert. Die anderen drei sind im Hintergrund wirksam zu denken. Die Struktur der Komplexion ist selbst-reflexiv und chiastisch.

11 Sprachmodelle: Zwischen Satz und Kontextur

Die Bedeutung von Satz und Kontext zum Verständnis einer Problemlagen.

Die Sprachmodelle des NLP geben keine Handhabe den chiastischen Wechsel von Satz und Kontext zu erkennen.

Das Bedeutungsreframing bietet einzig eine sukzessive und hierarchisierende Abfolge von Rekontextuierungen.

12 Reflexionsmuster als interaktive Sprachspiele

Reflexionsformen: Reflexive Strukturen, Muster, Spiele

Ambiguitäten, Reflexionsmuster, Paradoxien

Ironietypen

Fragetypen:

Elizitieren, Installieren, Interview, Evokation.

Monologische und polylogische Fragestellungen.

12.1 Beispiele Dialogischer Figuren

Was ermöglicht es dir, was es mir mit ermöglicht?

Was ermöglicht es dir, was es mir ent-möglicht?

Was ent-rmöglicht es dir, was es mir ermöglicht?

Was ent-möglicht es dir, was es mir mit ent-möglicht?

Was möchtest du von mir, was es mir ermöglicht, was es auch dir ermöglicht?

Ich wünsche mir von dir, daß du mir ermöglichst, was dir mit emöglicht, daß X.

Ich wünsche mir von dir, daß du mir ermöglichst, was dir mit ent-möglicht, daß X.

Ich wünsche mir von dir, daß du mir ent-möglichst, was dir mit emöglicht, daß X.

Ich wünsche mir von dir, daß du mir ent-möglichst, was auch dir mit ent-möglicht, daß X.

Ich wünsche mir von dir, daß du mir ermöglichst, was dir emöglicht, daß ich dir ermögliche, was du mir ermöglichst.

Ich wünsche mir von dir, daß du dir wünschst von mir, daß du mir ermöglichst, was ich dir emögliche.

Ich wünsche mir von dir, daß du dir wünschst von mir, daß du mir ermöglichst, was ich dir ent-ögliche.

Ich wünsche mir von dir, daß du dir wünschst von mir, daß du mir ent-möglichst, was ich dir emögliche.

Ich wünsche mir von dir, daß du dir wünschst von mir, daß du mir ent-möglichst, was ich dir ent-ögliche.

Ich wünsche mir von dir, daß du dir wünschst von dir, daß du mir ermöglichst, was ich dir emögliche.

C. Trainingsablauf


Zu jedem der Module lassen sich einzelne oder auch zusammenhängende Seminare, Trainings und Übungen generieren.

Beispiel eines Wochenendseminars

In diesem Seminar wird die Verwobenheit von Chiasmus, DiamondStrategien, Weltmodellen, Weisen des Wegens und den Sprachmodellen in Theorie und Praxis vorgestellt und eingeübt.

Dabei steht es frei, wie die Reihenfolge der Theorie- und der Praxis-Module gewählt wird. Es können erst die Theorie- und dann die Praxis-Module erfolgen oder umgekehrt und auch gemischt.

1. Sitzung: Freitag Nachmittag

1 Einstieg

Erste, d.h. kurze und "Horizont" generierende Einführung der benötigten Theorie-Module.

1.1 NLP+PKL-Modul

NLP+PKL Situierung und Bericht. Grochowiak-Kaehr-Interview.

Binarismus:

Binäre Begriffsbildung im NLP wie

- assoziiert - dissoziiert

- Problem - Lösung

- kongruent - inkongruent

usw.

Reflexiver Gebrauch dieser Begriffe z.B.:

- Kongruent-inkongruent,

- Das Problem als Lösung und die Lösung als Problem

- assoziiert dissoziiert sein usw.

Wie geht man mit solchen reflexiven Formen angemessen um?

Bäume:

Der Zusammenhang von binären Begriffen wird klassisch in einer Begriffspyramide realisiert (Chunking up and down)

Netze und Gewebe von Begriffsbildungen:

Netze und Gewebe sind ein Gegenentwurf zur Pyramide.

Reflexive Formen der Nutzung von binären Begriffen lassen sich in Bäumen nicht abbilden, sondern nur in Netzen.

Gewebe: Struktur-Metaphern:

Strange Loops, Knoten (Laing) sind nicht auf Netze abbildbar. Daher ist der Übergang vom Baum zum Netz noch nicht vollständig in dem Sinne, dass nicht alle beobachtbaren Phänomene abbildbar sind.

1.2 Metaphern-Modul

Gebäude vs. Strom

NLP geht wie die meisten psychotherapeutischen Methoden von einem Modell des "psychischen Apparats" aus. In der Praxis zeigt sich aber, das ohne Intuition kein therapeutisches Handeln möglich ist. Dies ist anders bei Fernsehtechniker.

Die Srommetapher geht von der Unkenntnis der internen Struktur(Prozessualität aus. Durch Pertubation wird versucht das System zu verstehen. Die Hauptmethode der Pertirbation ist das Fragen. Das Extrem des Stroms ist seine absolute kontingenz und unverhersehbarkeit - kein Modell möglich.

In der Praxis geht es darum aus dem Chaos Muster herauszulesen. Diese können wir nicht finden, wenn wir nicht schon Ordnungssysteme entwickelt haben, nach denen Mustererkennung sich richten kann. Die Strommetapher impliziert die Kontinuität der Modellbildung.

Programm (Format) vs. Interaktion (Frageformen, "Magie des Fragens")

Die Idee des Gevierts in: Diamond, Chiasmus, Weltmodelle, Be-Wegung, Interaktionsformen

Nur durch die Reflexivität von Gebäude und Strom können diese in der Praxis vermittelt werden. Diese Vermittlung ist nicht zirkulär sondern wird nach dem Modell des Chiasmus bzw. des Gevierts thematisiert.

1. Man wechselt von Gebäude zu Strom und zurück nach Gusto: nach Intuition, die aber in ihrer Prozessualität unthematisiert bleibt. Dezisinistisch. Der Zusammenhang beider bleibt im Dunkeln.

2. Der Wechsel hat eine Struktur, die bewußt gemacht werden kann und damit bewußt einsetzbar ist.

Diese Vierer-Struktur wird uns drei Tage begleiten.

1.3 Theorie-Modul: Satz-Kontext, Sprachmodell

Die Bedeutung des Kontextes zum Verständnis eines Satzes:

Im NLP ist bekannt: Jeder Satz hat seine Bedeutung nur in einem Kontext. Das er in beliebig vielen Kontexten stehen kann, kann er auch beliebig viele Beudeutungen haben.

Was kaum im NLP thematisiert wird ist die tatsache, das der Kontext selbst nur durch einen Satz angegeben werden kann. Dieses Verhältnis von Satz und Kontext kann jetzt wiederum zirkulär oder chiastisch verstanden werden. Rekursivität von Satz und Kontextbestimmung.

1.4 Theorie-Modul: Emotion-Kognition

Verhältnis von Emotion und Kognition, einmal als Hierarchie, einmal als gegenseitige und gegenläufige Bedingtheit, d.h. als Chiasmus.

Traditionell wird das verhöltnis von Denken und Fühlen hierarchisch gedacht. Z.B. RET: "Wir fühlen was wir denken!" Chiompi: "Wir denken was wir fühlen!" Damasio:"Kein Denken ohne Fühlen und kein Fühlen ohne Denken!"

Im NLP gibt es beide Strategien aber getrennt.

Der Zusammenhang von Denken und Fühlen kann wiederum als Chiasmus dargestellt werden.

Nachdem diese Theorie-Module kurz angerissen wurden, soll die 9-Punkte-Übung durchgeführt werden, um Erfahrungen zur weiteren Verarbeitung zu sammeln.

2 Praxis-Modul: Die 9-Punkte-Übung

Anhand der 9-Punkte-Übung können Erfahrungen gesammelt werden, die für weitere Theoretisierungen und für spezifische Übungen utilisiert werden können. Diese Erfahrungen und deren Diskussion sind vorbereitend für die Module: Diamond, Chiasmus, Weltmodelle, Be-Wegung, Interaktionsformen, Problemlösungsstrategien. Es kann gewissermassen interaktiv mit den Erfahrungen und Erkenntnisssen, durch immer konkretere Fragestellungen und daraus evozierten Entwürfen, die Basiserfahrung zum Nukleus des Gesamtseminars verwendet werden. Die Vorgehensweise ist somit nicht konstruktiv-aufbauend im hierarchischen Sinn, sondern eher zirkulär und evolutiv immer wieder den stipulierten Anfanghinterfragend. Damit verändert sich auch der Anfang permanent und ist somit seiner möglichen Hypostasierung als Ursprung enthoben.

Fokussierung auf Emotion/Kognition und Satz/Kontext

Es wird die Aufgabe gestellt, die 9-Punkte-Aufgaben zu lösen.

Durch Projektion wird der jeweilige Problemtext und die Problembasis (= 9-Punkte) zur Problem-Lösung angeboten. Es wird keine Strategie der problemlösung bevorzugt. Es soll einzig das Problem, so wie es formuliert ist, gelöst werden.

Die Aufgabe besteht jedoch nicht einfach darin, die 9-Punkte-Aufgaben zu lösen, etwa im Sinne eines "Intelligenztests", sondern vielmehr darin, simultan während des Lösungsversuchs zwei grundlegende Selbstbeobachtungen durchzuführen.

1. eine Fokussierung auf das Verhältnis von Problem-Satz und Hintergrund bzw. Problem-Kontext.

2. eine Selbstbeobachtung bzgl. des Verhältnisses von Kognition und Emotion bei der Problemlösung.

In diesem Sinne ist die Übung sinnvoll für Fortgeschrittene, die mit den Techniken der Modellierung und der Selbstbeobachtung vertraut sind.

Die Gruppe löst, jeder für sich die jeweilige Aufgabe. Nach jedem Schritt stellt ein Teilnehmer seine Lösung zur Diskussion vor.

Dabei soll vorwiegend der linguistische Aspekt von Satz und Kontext der Problemlösung diskutiert werden.

(Ein anderes Setting, das schon eine gewisse Reflexion im voraus realisiert, könnte sein, die jeweiligen Aufgaben nicht vereinzelt, sondern zu zweit und ev. mit einem Supervisor gelöst werden. Dies ermöglicht eine bessere Anwendung von NLP-Modellierungsmethoden zur Beschreibung der Situation als die blosse Selbstbeobachtung.)

Eventuell: 9-Punkte-Film

(Optimal wäre es, wenn der 9-Punkte-Film ??? abschliessend gezeigt werden könnte.)

Freitagabend: Diskussion, Feedback

Nachdem alle Aufgaben durchgespielt wurden, soll jeder einen Bericht über seine Beobachtungen bzgl. seines Verhältnisses von Kognition und Emotion während der verschiedenen Lösungversuchen geben.

Die Diskussion von Satz/Kontext und Emotion/Kogntion im Zusammenhang mit der 9-Punkte-Übung erzeugt meistens eine gewisse Verwirrung, Regression, Agression, usw. bis hin zur Infragestellung der Kompetenz des Trainers und sich selbst.

Frage nach den Emotiven und Kognitiven Erlebnissen während des Problemlösens.

Fokussierung auf Emotion/Kognition.

1. Opposition: Emotion/Kognition

These: Emotion/Kognition als Komplementarität, Opposition.

- Emotion dominiert Kognition

- Kognition dominiert Emotion

- weder-noch

- sowohl als auch: kein primärer Unterschied, beides Formen einer ursprünglichen Lebens-Energie

Diamond-Übung bzgl. Emotion/Kognition.

Umschlag von Emotion und Kognition während der Übung kann für eine erste Einführung des Chiasmus genutzt werden.

Formen des Unterwegseins

Der Gruppenleiter stellt eine weitere Reflexion zur Problemlösungsübung an: Die verschiedenen Formen des Unterwegseins beim Problemlösen.

Hier kommen die Texte zum Wegen des Wegs hin.

2. Sitzung: Samstag Vormittag

3 Modul: Diamond

Nach der leichten Chaotisierung in der Freitagssitzung, soll nun eine konstruktive theoretische Einführung der Module Diamond und Chiasmus erfolgen. Diamond nicht als Format, sondern als Strategie von Frage-Antwort-Spielen im Sinne des Interaktionismus.

Interaktion vs. Intervention

Wir Unterscheiden subjektzentrierte Fragen von objektzentrierten Fragen:

Problem: Ich komme mit meinem Geld nicht zurecht!

ozF: Wie genau stellt sich das dar?

Woran merkst Du das?

Umwegig, oft objektiv sowieso nicht zu klären, im schlimmsten Fall problemverschärfend. vgl. deShazer

szF: Was würdest Du für Dich verlieren, wenn das Problem gelöst wäre?

Hier geht es um die Existenz, das Gestimmtsein usw.

osF: Woran würdest Du merken, dass das Problem gelöst ist? (Wunderfrage) es wird eine objekt- oder sozialbezofene Antwort erwartet.

Beispiel:

K: Ich habe Probleme mir dem Geld!

T: Was würdest Du verlieren, wenn das Problem gelöst wäre?

K: Meine Unbekümmertheit beim Ausgeben des Geldes.

T: D.h. Dein Problem ist der unbekümmerte Umgang mit Deiner Unbekümmertheit? (Der reflexive Gebrauch des Adjetivs verhindert die Fokussierung auf das Geld als etwas objektivem und fokussiert eher in Richtung auf das subjektiv-existentielle)

Positionierung

Welche Position wird eingenommen? Diese Frage kann elizitierend wie auch evokativ gebraucht werden. Elizitierend ist sie dann, wenn dem Klienten durch diese Frage seine Position, die er eh schon einnimt, bewusst wird. Evokativ ist sie dann, wenn bei dem Klienten dadurch erst der Pozess der Positionierung ausgelöst wird und er eine Position aufbaut, die er vorher noch nicht gehabt hat.

Modul: Chiasmus

4 Problemlösungsstrategien im Polykontexturalen Modell

Weitere Besprechung der 9-Punkte-Übung: Problem-lösung, -findung, -auflösung

Wittgenstein zu Problemen

Klar formulierte Probleme enthalten ihre Lösung in sich. Bzw. klar formulierte Fragen enthalten ihre Antwort implizit, d.h. in sich selbst.

Problemlösung als Explikation der Problemstellung. Insofern gibt es keine unentscheidbaren Probleme.

well defined vs. illdefined problems

McCarthy

Eine Problemlösung ist kreativ, wenn sie nicht auf der Basis des durch die Problemformulierung definierten Kontextes gefunden werden kann. Eine Problemlösung ist kreativ, wenn sie nicht Wittgenschinisch ist.

Es stellt sich die Frage nach den Mechanismen einer kreativen Problemlösung.

Am Beispiel der 9-Punkte-Übung lässt sich deutlich machen, wie der Kontext der Problemlösung durch Dualisierung und Diamondisierung umgedeutet werden kann, und so Wege zu einer Problemlösung eröffnet.

Polykontexturalität hat es in einem sehr strikten Sinne auch mit Parallelität von Prozessen zu tun.

Naheliegend ist nun, die Problemlösungsversuche zu distribuieren, in dem parallel, verschiedene Umformulierungen des Problemkontextes zur Problemlösung initiert werden. Die verschieden explizierten Problemkontexte werden zur Lösung der Problemstellung simultan eingesetzt.

Die gefundenen Lösungen müssen dann wieder rückwirkend mit dem ursprünglichen Problemkontext und der Problemstellung verglichen werden. Es muss über die Lösungsvorschläge verhandelt werden, ob diese noch im Horizont der Problemstellungs liegen oder daneben gehen.

Damit entsteht die Aufgabe der Lösung eines neuen Problems, nämlich des Problems der Akzeptanz einer Problemlösung.

Bei der Vorstellung der verschiedenen Problemlösungsvorschläge kommen auch die entsprechenden Weltmodelle usw. zu tragen.

Beispiel

Die erste 9-Punkte-Übung lässt wenigstens zwei Deutungen des Problemkontextes zu. Erst zeigt die Explikation, dass über den Rahmen, der in der Problemstellung mitgegeben ist, keine Aussage gemacht wird. Damit entstehen zwei Deutungsmöglichkeiten, er kann akzeptiert werden, dann lässt sich die Aufgabe nicht lösen. Wird er nicht akzeptiert, gibt es eine naheliegende Lösung. Es kann nun für oder gegen die Akzeption argumentiert werden. Damit kommen zwei verschiedene Verständnisse zum Ausdruck, die Problemorientierung und die Lösungsorientierung.

Es kann ja sein, dass in einer weiteren Situation, die Lösung, die den Rahmen nicht akzeptiert hat, in eine neue Problemsituation gerät, wo es gerade darum geht, einen Rahmen zu akzeptieren.

Die Problemstellung lässt weitere Deutungen zu. Etwa, was bedeuten die Punkte, was genau sind Linien? Es stellt sich heraus, dass die Lösungfür die erste Übung unabhängig von diesen Deutungen geschehen kann.

Für die weiteren Übungen müssen gerade solche Fragen berücksichtigt werden, soll eine Lösung gelingen.

Dualisierung des Wegens

In einem anderen Kontext, kann die Dualisierung auf die Modalitäten des Wegens bezogen sein. Es wird ein Weg von A nach B gesucht. Dies kann heissen, dass B gewollt wird, unabhängig bzw. neutral zur Strategie. Es gibt dann zwei Möglichkeiten, ich kann einen Weg nach B suchen oder ich kann darauf fokussieren, was ich tun muss, damit B sich zu mir begibt.

Bekanntes Beispiel. Ich brauche Geld. a) wie komme ich an Geld? b) wie erreicht mich das Geld? Beide Strategien lassen sich nun in einem pkl-Modell simultan versuchen.

Implementierung

Diese Gedanken können zum Ausgangspunkt einer Implementierung genutzt werden.

3. Sitzung Samstag Nachmittag

5 Modul: Framework der Weltmodelle

Theorie der Weltmodelle

Theorie der Weltmodelle am Leitfaden der Frageformen bzw. Interaktionsweisen zwischen Realität und Rationalität.

Diskussion der Weltmodelle

historisch

systematisch

pragmatisch: Vor und Nachteile der verschiedenen Modellentwürfe

Praxis der Weltmodelle

Übungen zur Alltäglichkeit des Zugleichbestehens der Weltmodelle.

Übungen zur Bewegung von den Modellen zur praktischen Situation.

Übungen von der praktischen Situation zu den Modellen.

Dies kann als Elizitieren von Weltanschauungen etwa in multi-kulturellen Gruppenkonflikten geübt werden.

Multi-Kulti-Übung: Konfliktaustrag zwischen verschiedenen Positionen bzgl. etwa Terrorismus-Debatte usw.

Loyalitätsbeispiel: Freund, Staat

Reflexion der 9-Punkte-Übung unter dem Aspekt der Wahl eines Weltmodelles bzgl. der Kategorien Allgemeingültigkeit und Intersubjektivität.

4. Sitzung: Samstag Abend

Weitere mehr praxisbezogene Diskussion mithilfe von Theorie-Modulen der Erfahrungen bzgl. Chiasmus, Diamond, Weltmodelle.

Praxis-Modul: Chiasmus von Klient und Therapeut

Modul: Von der Identität/Diversität zum Modell von Selbigkeit/Gleichheit/Verschiedenheit

Theorie-Modul: Von Wir als Ich-und-anderes-Ich (Alter Ego) zur Ich-Du-Beziehung

Modul: Diamondisierung von Problemlösungsstrategien

Modul: Diamondisierung von Aufstellungsformen

(z.B. Von "Die Ordnung der Liebe" zur "Liebe der Ordnung")

5. Sonntag Vormittag

6 Komparation: Weltmodelle vs. Graves Modell

Diskussion und weitere Übungen zu den Weltmodellen

Vergleiche verschiedener Konzeptionen:

Das Modell von Graves ist eine evolutionistisches Modell, das sukzessive die Etappen von einer Stufe zur nächsten höheren beschreibt. Die Sukzession der Etappen ist mit einer Wertung verbunden, die letzte Etappe ist die beste. Die erste die primitivste.

Probleme:

1. Das Modell gibt keine Auskunft darüber wie viele Phasen noch kommen können.

2. Wie lässt sich das lebensweltlich offensichtliche Zugleichbestehen der verschiedenen Typen bzw. Etappen im Graveschen Modell beschreiben?

Übungen:

Zugleich die verschiedenen Entwicklungstypen in einer Gruppendynamik realisieren.

Verteilung von Konflikten, Reflexionsmustern, Paradoxien über die Weltmodelle.

Übungen zur Alltäglichkeit des Zugleichbestehens der Weltmodelle.

Übungen zur Bewegung von den Modellen zur praktischen Situation.

Übungen von der praktischen Situation zu den Modellen.

Dies kann als Elizitieren von Weltanschauungen etwa in multi-kulturellen Gruppenkonflikten geübt werden.

3. Sitzung: Sonntag Nachmittag

Abschlussdiskusssion

7 Mikro-Analyse und -Dynamik der DiamondStrategien

Kurzfassung eines Seminar-Entwurfs.

Start mit der 9-Punkte Kreativitätsübung.

Frage nach den emotiven und kognitiven Erlebnissen während des Problemlösens.

Fokussierung auf Emotion/Kognition.

1. Opposition: Emotion/Kognition

These: Emotion/Kognition als Komplementarität, Opposition.

Hier ist auch eine Theorie-Diskussion möglich:

- Emotion dominiert Kognition

- Kognition dominiert Emotion

- weder-noch

- sowohl als auch: kein primärer Unterschied, beides Formen einer ursprünglichen Lebens-Energie

Diamond-Übung bzgl. Emotion/Kognition.

2. Opposition: Problem/Kontext im Kognitiven Bereich

3. Problemlösen als Weg

Frage nach der Erlebnisweise des Weges des Problemlösens.

Sind diejenige, die das Problem nicht gelöst haben, eher am Unterwegssein usw interessiert als an der Problemlösung?

Einführung der 4 Weisen des Unterwegseins.

Für alle 3 Übungen immer schon den Diamond einführen/anwenden/suggerieren.

4. Theorie des Diamond als Bewußtmachung der Übungen.

Weisen der Oppositionsbildung usw.

- Diamond Grundform

- Diamond Netze

- Diamond Fächer

- Diamond Fraktale

5. Horizontfragen

6. Weltmodelle als Diamondposition bzgl. Rationalität/Welt

8 Existenziale Fragetechnik:Wiesbaden Januar 2003

Es handelt sich hier um ein Beispiel einer Existenz bezogenen Fragestellung. Die DiamondStrategien werden zur Elizitierung des Selbstbezugs und der Existenzweise des Klienten eingesetzt. Es wird dabei sukzessive von Sach-, zu Personen- und System-Thematiken zur Existenzthematik geleitet.

Ich habe Probleme mit dem Geld, spätestens am 20ten ist immer Ebbe auf meinem Konto.

Was würdest Du verlieren, wenn das Problem gelöst wäre?

Meine Unbekümmertheit beim Ausgeben des Geldes

Das heißt: Dein Problem ist der unbkümmerte Umgang mit Deiner Unbekümmertheit

Der reflexive Gebrauch des Adjektives verhindert die Fokussierung auf das Geld als etwas Objektivem und fokussiert eher in Richtung auf das subjektiv Existentielle

Ja genau.

Wie erlebst Du Dich, während Du unbekümmert dein Geld ausgibst?

Dann fühle ich mich frei und grenzenlos.

Und wie ist dabei Dein Zeitempfinden?

Frage nach der erlebten Zeitlichkeit des Zustandes. Im Gegensatz zur messbaren Zeit des Geldausgebens. Die objektive Zeitlichkeit ist sehr begrenzt, wie z.B. das Bestellen und Bezahlen in wenigen Minuten. Der Klient erlebt jedoch innerlich eine zeitliche Unbegrenztheit.

Ich habe den Eindruck, das könnte immer so weitergehen.

In dieser Antwort des Klienten sind immer noch objektbezogene Elememte der Wiederholung des Gleichen (Kaufen) präsent. Eine potentielle Zukunft wird hier vom Klienten mitgedacht.

Wie erlebst Du dieses Immer Weiter"?

Als irgendwie endlose Dauer

Wie erlebst Du Dich in dieser endlosen Dauer?

Ich fühle mich mittendrin.

Und was passiert dann am zwanzigsten des Monats?

T. fragt hier wieder objektivitätsbezogen

Dann gehe ich in die Askese

Und was gewinnst Du durch das in die Askese gehen

So gewinne ich das Geld, das ich brauche, um es irgendwann wieder sorglos ausgeben zu können.

Könnte man sagen, das die Askese sich um die Möglichkeit der Unbekümmertheit sorgt?

Sowohl ein NLPler als auch ein Deutschlehrer würden diese Frage als fehlgeformt bezeichnen, weil hier die Askese grammatikalisch zum handelnden Subjekt gemacht wird. Korrekt" wäre: Du sorgst Dich um die Möglichkeit der Unbekümmertheit durch asketisches Verhalten. Diese Art des Fragens führt eine Subjekt/Objekt Trennung ein und ist damit zu den personenorientierten Fragen zu rechnen und nicht zu den existenzialanalytischen.

Ja, kann man so sagen.

Und wo bist Du in der Askese?

Mich gibt's da gar nicht

In der Askese gibt's Dich also gar nicht ... und wie ist das in der Mitte der Dauer" ?

Ja eigentlich gibt's mich da auch nicht.

Das heißt, sowohl in der Mitte der Dauer, als auch in der Askese gibt's Dich gar nicht?

Dies entspricht der Diamond Frage: Was ist das gemeinsame der beiden Zustände? Woraus sich Diamondtechnisch die Frage nach dem weder noch" und dem jenseits von A und B" anbietet

Ja genau.

Wer wärst Du, jenseits von Askese und unbekümmerter Dauer?

(Mit Ausdruck des Entsetzens:)

Dann wäre ich mit mir konfrontiert.

In dieser Antwort führt der Klient die Differenz von Ich und Mich ein, die existentialanalytisch nicht (wie im NLP) als Teiledifferenz theamatisiert wird, sondern als die konstituierende Differenz des Selbstbewusstseins in der sich das Dasein auf sich selbst als Existenz bezieht. Diese Differenz ist allen Teile-Konzepten vorrangig, da sie die Differenz eines sich in Teilen begreifenden Selbstes überhaupt erst konstituiert. Indem ich sage: Ich habe Teile" benutze ich bereits die Differenz von Ich und Mich

Können wir sagen, dass Askese und unbekümmerte Dauer die beiden Pole Deiner inneren Möglichkeiten, Dir selbstt aus dem Weg zu gehen, darstellen?

An dieser Stelle

Ja ... Ausnahmsweise ist hier eine geschlossene Frage zulässig, da sie nur konstatiert, nicht jedoch weiterfragt. (Grounding)

An dieser Stelle des therapeutischen Gesprächs eröfffnet sich eine Bifurkation (Gabelung), die zwei unterschiedliche Richtungen ermöglicht.

Ok. Das heißt, wir können entweder nach neuen Formen suchen, wie Du dir selbst aus dem Weg gehen kannst, ohne dadurch Geldprobleme zu bekommen, oder wir können nach Möglichkeiten Ausschau halten wie du dir selbst begenen kannst.

Die erste Möglichkeit wird vielen Therapeuten absurd vorkommen, da es den üblichen Werten widerspricht, einen Klienten dabei zu unterstützen, sich selbst nicht zu begegnen bzw. sich anzunehmen. Diese Werte wie z.B. Selbstakzeptanz, Selbstliebe oder Kongruenz gründen sich auf personenbezogenen Einstellungen.

Obwohl ich Angst davor habe, denke ich, es ist an der Zeit, dass ich lerne mir selbst zu begegnen.

Also wer begegnet hier wem?

Ja ich mir selbst natürlich

Was wurde dadurch möglich, dass du dir selbst ausgewichen bist?

Ich musste meinen Selbsthass nicht spüren.

Es gibt dich also als Hassenden und als Gehassten Im klassischen NLP würde man hier einen hassenswerten Teil sowie einen Teil postulieren, der dafür sorgt, dass dem Klienten der hassenswerte Teil nicht begegnet. Dann würde man nach der positiven Absicht des sich um die Nicht-Selbst-Begegnung sorgenden Teils fragen. Dies würde die vorherige Installation" des Teilemodells voraussetzen.

( Leicht verwirrt:) Irgendwie schon

Also Du als dir selbst Ausweichender schützt dich als dich selbst Hassenden?

Therapeut stellt Klienten in den Raum und lässt ihn zu seinem selbst als Gehassten sagen:

Jaaaa ... Ich hasse dich (als mich)

Also sorgst du dafür, dass du dir selbst nicht begegnest, damit es dich selbst gibt, als der, den es gar nicht gibt? Jetzt stell dich auf deine Position als Gehassten und höre das.

Das merken wir uns - denn diese Beziehung bleibt bestehen; Darummachst Du nun einen Schritt zur Seite in dem Bewußtsein, dass diese erste Beziehung weiter besteht.

Also tue jetzt einen Schritt hier zur Seite und äußere, was du als Gehasster über dich als dich Hasssenden meinst

Du sagst also, damit du dir selbst als von dir Gehasstem nicht begegnen musst, gehst du in die Zustände der Askese und der unbekümmerten Dauer, in denen es dich allerdings nicht gibt. Du hast Angst vor mir

Ja eben, nur wenn es mich nicht gibt, gibt es den Gehassten auch nicht. Ok, hier gibt es also zwei Beziehung, einmal hasst Du dich, einmal hast du Angst vor dir.

Ist also deine Strategie, dich vor deinem Selbsthass zu bewahren, selbst ein Ausdruck deines Selbsthasses?

METAKOMMENTAR:

Hier Selfdiamondisierung mehrere Runden, dann in die Mitte

Die Mitte ist windstill, ruhig und gelassen.

Nächste Runde: Wie wirkt diese Austauschbewegung:

Schwarze Spiegel, die gleichwertig und leer sind, lichte Dunkelheit und dunkle Lichtheit, Ausdehnung und Zusammenziehung.

Das selbst ist die Spiegelung des dunklen Lichts im Geviert der lichten Spiegel.

Nein, natürlich nicht!

Ok, was ist es denn dann?

Fürsorglichkeit

War dir denn bis eben klar, dass du mit dir selbst fürsorlich umgehst?

(Überrascht:)

Nein?! Aber wenn ich wirklich fürgsorglich wäre, würde ich mir ja die Geldsorgen nicht einhandeln.

Ist klar. Mach doch jetz mal folgendes:

Sag doch jetzt nochmal:

Ich hasse mich selbst"

Ich hasse mich selbst"

Ich hasse mich selbst"

(Mich hasse ich selbst"

Mich selbst hasse ich)

(Klient tut es und grinst schräg )

Jetzt sag mal:

Ich liebe mich selbst so sehr, dasss ich mich um mich selbst als von mir Gehassten, sorge.

Klient sagt es

Und jetzt sag mal:

Und dafür hasse ich mich.

... und dafür hasse ich mich ... nee, das stimmt nicht.

Ok, und wenn du dir jetzt selbst ins Gesicht schaust, wie ist es dann?

Ich lächle mich freundlich an.

Und wenn du mit diesem freundlichen Lächeln auf die Askese und die unbekümmerte Dauer schaust, wie ist das?

Als ob ich das beides nicht mehr selbst bin

Das warst du ja auch nie.

Ja das stimmt.

Und wer bist du, wenn du an dich selbst denkst als jemand, der über begrenzte Geldmittel verfügt?

Ich bin nicht mein Geld !

Und wie verändert dein Wissen, dass du nicht dein Geld bist, deinen Umgang mit Geld?

Jetzt kann ich lernen, achtsam mit meinem Geld umzugehen.

C. Flyers aus früheren Seminaren


8.1 EMOTIONS SURFEN

Warum überhaupt ein neuer Menschentypus?

Der Mensch ist zu schaffen, und es ist allein der Mensch, der den Menschen schaffen kann." (Sartre)

Nach dem politischen Zusammenbruch des Ost-West-Gegensatzes wird immer deutlicher sichtbar, daß auch alle anderen dualistischen Weltmodelle und Erlebnisformen durchgespielt und ausgeschöpft sind.

Die Idee eines Neuen Menschen" wird wieder virulent. Im NLP gibt es die Vision des Neo-Renaissance-Menschen und auch das Apollo Projekt" von Dilts. Der Neue Mensch wird hier verstanden als einer, der sein Gehirn nicht nur evolutiv geerbt hat, sondern als einer, der mit seinem Gehirn sein Gehirn bewußt benutzt und sich damit selbst übersteigt. Diese Selbstbezüglichkeit verlangt nach neuen Denkformen jenseits der klassischen Rationalität.

Neue Denkformen brauchen jedoch als existentielles Fundament neue Erlebnisweisen. Kognition, Volition und Emotion bedingen und ermöglichen sich gegenseitig. Denken, Wollen und Intuition können sich allerdings in der Handlung auch gegenseitig paralysieren.

- Ein kreativer Gedanke entsteht im Milieu einer emotiven Gestimmtheit und erzeugt Emotionen. Wenn das Neue, der neue Gedanke, die neue Einsicht das Gefühl der Angst erzeugt, wird der neue Gedanke wieder verdrängt. Es fehlt dann das emotive akzeptierende Milieu für die Gedankenentwicklung.

- Ein Gefühl, das neue Horizonte eröffnet, gar Bewußseinserweiterung verheißt, kann vom Denken zurückgezwungen werden, wenn das Denken nicht die Flexibilität und Operativität besitzt, es zuzulassen. Hier kann sich das Denken und die Identität der Person oder der Institution bedroht und in Gefahr sehen.

Eine wichtige Orientierungshilfe und ein Instrumentarium des gegenseitigen Realisierens wird durch die Methoden der Polykontexturalen Logik und dem durch sie erweiterten NLP, dem Trans-NLP, bereitgestellt. Ohne diese neue Struktur von Erkenntnis/Erlebnis würden wir wiederum in einen Dualismus von Denken und Erleben zurückfallen.

Der Neue Mensch mit seinen neuen Denk-/Erlebnisformen ist charakterisiert durch ein Zusammenspiel von Durchblick und Überblick als Vermittlung von Hierarchie und Heterarchie, die ihm den Weitblick eröffnet.

Charakteristika, die wir aufweisen und einüben, sind:

- die Fähigkeit der Verwerfung von Dualitäten, Rejektion als Operator für Kreativität

- die Hineinnahme der Grenzen in seine Welt, Bildung von Komplexität und Simulationen,

- die Fähigkeit der Selbstreflexion und Selbstübersteigung durch multi-level und lateral thinking,

- die Anerkennung der Fremdheit des Anderen, Respekt und die Überraschung des Neuen.

Heiterkeit und Gelassenheit kennzeichnet seinen Umgang mit Dichotomien, Höhen und Abgründen, Glück und Verzweiflung, Gewißheit und Verwirrung.

Damit unterscheidet sich der trans-klassische Mensch von klassischen Phantasien seiner Übersteig(er)ung durch Superman und Supergirl als Allmachtsphantasie, als Held, der die klassischen Werte des Wahren, Guten und Schönen verteidigt oder als Anti-Held, Mann ohne Eigenschaften", der im Dienste der Dunklen Seite der Macht" steht.

Sondern verkörpert und ist sich dieser Verkörperung bewußt, die heutige Bewußtseinslage als immer schon doppelt und gegenläufig paradoxal bestimmter: als Schaffender und Geschaffener, als Besitzer und Besessener, als Befreiender und Entfreiender, als Unternehmer und Unternommener.

Es sind die komplexen Tendenzen der Gegenwart selbst, die jetzt schon für jeden Einzelnen die klassischen Lebensformen übersteigen.

Dabei besteht für uns der Hauptkonflikt der Gegenwart darin, daß wir unser Erleben mit den Kategorien alter Denkenformen interpretieren und unsere neuen Denkweisen mit alten Gefühlen belasten.

Dagegen entwickeln wir Techniken, die es jedem ermöglichen, sich in diesem trans-personalen Kräftespiel des Denkens und Erlebens zu entdecken und sich selbst verändernd an ihm bewußt teilzuhaben.

Hotel California

Das höhere Selbst ist wie ein ruhiger Hafen umgeben von einer stürmischen See. (C. Andreas)

Die klassische Erlebnisweise setzt alles darauf, daß jeder sein Glück in der einen allumfassenden Wahrheit und Schönheit findet. Oder weniger europäisch: 24 hours a day good feelings! K+ überalles!

Diese Erlebnisform kann dem Schmerz, dem Leid, der Verzweiflung und der Angst nichts Affirmatives abgewinnen. Nicht-gut-drauf-sein" gilt unter dem Diktat der Happiness-Kultur als Versagen.

IN DER KLASSISCHEN ERLEBNISWEISE GEHT ES UM DIE AFFIRRMATION DES EINEN POSITIVEN STATE.

Café Interplanetaria

In der transklassischen Erlebnisweise geht es dagegen um das Surfen von State zu State und dies selbst als permanenter State.

Das Ausruhen in der Wahrheit und Schönheit ist ein Surfen auf einer stehenden Welle.

Trainings auf den Ebenen Kognition, Volition, Emotion

Die polykontexturale Logik eröffnet den Spielraum für ein komplexes gleichrangiges Wechselspiel zwischen Kognition, Volition und Emotion und bietet so dem Individuum die strukturelle Möglichkeit seine Integrität und Souverenität sowohl der Denkform wie der Erlebnisform gegenüber paralysefrei realisieren zu können.

Den Chiasmus von Denken und Erleben erleben und erkennen lernen.

- Kognition: Neue Denkformen, transversales, orthogonales und polykontexturales Denken spielerisch und operational einüben.

- Volition: Co-Creatives Modelling von paradoxen und ambigen Entscheidungsstrukturen

- Emotion: Entwicklung einer kreativen Distanz/Akzeptanz gegenüber eigener und fremder Emotion.

- Kreativ-Training: Szenarien des Zusammenspiels in Handlungszusammenhängen von Kognition, Volition und Emotion.

Chiastic Co-Creation

Die von uns neu entwickelten Formate werden immer wieder als völlig anders und neuartig erlebt, verglichen mit dem, was wir und unsere Klienten in Therapie und Coaching bisher erlebt haben.



ThinkArt Lab

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