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DIE 4+1 GRUNDFORMEN MACHINALEN DASEINS


1 Zur Motivation der Grundformeng 
2 Interfaces zwischen Ubiquität und Widerborstigkeit
A. DAS FRAMEWORK DER VIER WELTMODELLE
1 Allgemeine Modelltheorie 
1.1 Die drei Hauptmerkmale des allgemeinen Modellbegriffs 
1.2 Diskussion der Modelltheorie 
2 Iterationen und Selbstbezüglichkeit 
3 DIAGRAMMATIK der vier Weltmodelle 
3.1 Eine Logik/Eine Welt 
3.2 Viele Welten/Eine Logik 
3.3 Eine Welt/Viele Logiken 
3.4 Viele Logiken/Viele Welten in einem Spiel 

SKIZZE 4, march 2002//redukt april 2003

DIE 4+1 GRUNDFORMEN MACHINALEN DASEINS
"Weder Subjekt noch Objekt können sich heute noch die Rolle anmassen, als letzte Instanzen der Wirklichkeit zu gelten. Was an ihrer Stelle tritt und in unauslotbare Tiefen weist, ist das bewegliche Gewebe der Relationen zwischen dem Ich" auf der einen und dem Ding" auf der anderen Seite." GG BD II S. XVI Gewebe"

1 Zur Motivation der Grundformen

Wie schon dargestellt, bietet die Unterscheidung von internalen/externalen Funktionen der Berechenbarkeit den Hinweis wie zwischen dem Innen und Aussen eines machinalen Modells zu unterscheiden ist. Die erste Inanspruchnahme dieser Unterscheidung hat zur Akzeption von formalen Systemen ausserhalb des klassischen Modells geführt und damit die Möglichkeit einer polykontexturalen Konzeption des Berechenbaren eröffnet. D.h., die immanente Unterscheidung von internalen/externalen Funktionen wurde verallgemeinert und verschoben zur Unterscheidung verschiedener diskontexturaler Modelle des Computing.

Eine zweite Reflexion auf die Unterscheidung von Innen und Aussen führt zur Unterscheidung von polykontexturaler Maschine und ihrer Welt. Dies impliziert die weitere Unterscheidung zwischen der Interaktion der Maschinen untereinander und mit ihren Umwelten und ebenso der Interaktion des Menschen mit der Maschine bzw. den Robots. Noch vor einer Unterscheidung der verschiedenen Verhaltenstypen von Maschinen ihrer Welt gegenüber, etwa als verschiedene Reflexionsstufen des Lernens, Adaptierens, Interagieren und Modifizierens, lassen sich die vier Grundformen des machinalen In-der-Weltseins unterscheiden. Diese sind als reine Struturtypen zu verstehen, die konkreten Interaktionsformen gegenüber neutral sind. Wie weit bestimmte Verhaltensformen, etwa von Robotern, nur möglich sind in Abhängigkeit ihres Weltmodells, wird hier noch nicht in Betracht gezogen.

Denken und Sein, Subjektivität und Objektivität, Intersubjektivität und Interobjektivität, Ich an sich und Ding an sich, usw., dies sind die Grunddichotomien in die das empirische Subjekt gegenüber seiner empirischen Wirklichkeit verwickelt ist. Das alltägliche Subjekt, und warum sollte es einer (künftigen) Maschine besser gehen, ist konfrontiert a) mit der allgemeinen Rationalität, dem das Ich unterstellt ist, b) der objektiven Realität, die dem Ich vorgegeben ist, c) der individuellen Rationalität, die für das Ich subjektiv gilt, d) der individuellen Wirklichkeit, die für das Ich seine Wirksamkeit hat. Die Kommunikation zwischen verschiedenen Subjekten geschieht über die verschieden interpretierten allgemeinen Instanzen, der allgemeingültigen Rationalität und der allgemein wirksamen Realität. Diese vier Bestimmungen, allgemeiner und individueller Art, der Welt gegenüber, können nun grundsätzlich in vier Grundtypen realisiert werden.

Ohne den Maschinen ihre eigene spezifische Autonomie absprechen zu wollen, und ohne Maschinen einzig als Wiederholung menschlicher Seinsweisen und derer technologischer Projektion zu interpretieren, ist es wohl nicht verkehrt, anzunehmen, dass für sie ein In-der-Welt-sein realisiert werden muss, das zumindest in einer ersten Thematisierung, den vier Grundformen der Verwirklichung des Verhältnisses von Realität und Rationalität entspricht. Ohne eine solche Einbettung verbleiben Maschinen reine Projektionen menschlicher Intelligenz in der sich das Menschsein im Digitaltraum der Virtualität verflüchtigt und auflöst.

Es ist hilfreich, den oben getroffenen Unterscheidung en von individueller und allgemeiner Rationalität bzw. Logik und Realität machinale Entsprechungen anzugeben. Eine Möglichkeit der Entsprechung bzw. der Analogie kann sein, die zwischen Betriebssystem und Anwenderprogramm auf der Seite der Rat
ionaliät und die zwischen abstrakter Datenstruktur und spezifischen Anwenderbereichen auf Seiten der Realität. Solche Zuordnungen sind gewiss situativ und können je nach der Architektur der Systeme auch anders erfolgen.

Kontra Anthropomorphismus

Obwohl in dieser Arbeit immer wieder auf den trans-egologischen Charakter der Subjektivität hingewiesen wurde, und bei Günther Subjektivität ohnehin von Grund auf als distribuierte eingeführt wurde, etwa als irreduzible Differenz von Ich- und Du-Subjektivität, soll hier nochmals betont werden, dass es sich bei den Zuordnungen von Rationalität und Realität im Framework der Weltmodelle, nicht um einen Anthropomorphismus handelt. Ein Gewebe rechnender Räume mit simultan interagierenden Logiken und Arithmetiken übersteigt in seiner Komplexität jegliche egologische bzw. subjektivistische Fundierungsmöglichkeit.

What we have said about writing and the trace shows that no autos is possible without an inscription of alterity, no inside without a relation to an outside which cannot be simply outside but must remark itself on the inside." Derrida, Circumfession (47-48).



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